1965: Eine Entdeckung im Schlaflabor
Mitte der 1960er Jahre untersuchten Forscher in New York den Traumschlaf. Dabei fiel ihnen auf, dass die Erektionen der schlafenden Männer im Takt der Traumphasen kamen und gingen (Fisher et al., 1965). Was zunächst eine Randbeobachtung der Schlafforschung war, wurde bald zum Werkzeug der Medizin.
Die 1970er Jahre: Messung als Untersuchung
In den folgenden Jahren wurde die Nachtmessung systematisch erforscht. Untersuchungen mit Jungen und Männern zwischen 3 und 79 Jahren zeigten, dass die nächtlichen Erektionen das ganze Leben begleiten und sich mit dem Alter verändern (Karacan et al., 1975). Ärzte nutzten die Messung zunehmend, um körperliche von psychischen Ursachen zu unterscheiden (Hirshkowitz & Schmidt, 2005).
1985: Ein Gerät für die Klinik
Mitte der 1980er Jahre wurde ein Verfahren vorgestellt, das Umfang und Festigkeit des Penis die ganze Nacht über fortlaufend aufzeichnet (Bradley et al., 1985). Auf dieser Grundlage entstand ein Messgerät, das in vielen Kliniken zum Standard wurde. Es galt als nicht invasiv und vergleichsweise günstig, verlangte aber meist einen Aufenthalt im Schlaflabor oder eine aufwendige Handhabung (Levine & Lenting, 1995).
Die Grenzen des Labors
Eine Nacht im Labor hat Nachteile. Ein fremdes Bett, Kabel und das Wissen, beobachtet zu werden, stören den Schlaf. Viele Menschen schlafen in der ersten Nacht in fremder Umgebung schlechter. Weil gerade der Traumschlaf empfindlich auf Störungen reagiert, kann das die Messung verfälschen. Hinzu kommen Aufwand und Wartezeit. In der Praxis wurde die Messung deshalb seltener eingesetzt, als es ihr Nutzen nahegelegt hätte (Hirshkowitz & Schmidt, 2005).
Heute: zu Hause messen
2N8 bringt die Messung ins eigene Bett. Eine weiche Sensormanschette aus Textil, ein kleines Steuermodul und eine App reichen aus. Gemessen wird über mehrere Nächte unter gewohnten Bedingungen, ohne Termin und ohne Konto. Am Morgen zeigt die App Anzahl, Dauer und Verlauf der Erektionen und ob die Werte im üblichen Bereich liegen.
Die Idee dazu stammt von Urologen, die die Nachtmessung aus der Klinik kennen und sie einfacher zugänglich machen wollten. Was 1965 im Schlaflabor begann, ist heute eine Messung, die jeder Mann selbst durchführen kann.
- Seit 1965 ist bekannt, dass Erektionen dem Traumschlaf folgen.
- Jahrzehntelang war die Messung an Klinik und Schlaflabor gebunden.
- Heute ist sie zu Hause über mehrere Nächte möglich.
Quellen
- Bradley, W. E., Timm, G. W., Gallagher, J. M., & Johnson, B. K. (1985). New method for continuous measurement of nocturnal penile tumescence and rigidity. Urology, 26(1), 4-9. https://doi.org/10.1016/0090-4295(85)90243-2
- Fisher, C., Gross, J., & Zuch, J. (1965). Cycle of penile erection synchronous with dreaming (REM) sleep: Preliminary report. Archives of General Psychiatry, 12(1), 29-45. https://doi.org/10.1001/archpsyc.1965.01720310031005
- Hirshkowitz, M., & Schmidt, M. H. (2005). Sleep-related erections: Clinical perspectives and neural mechanisms. Sleep Medicine Reviews, 9(4), 311-329. https://doi.org/10.1016/j.smrv.2005.03.001
- Karacan, I., Williams, R. L., Thornby, J. I., & Salis, P. J. (1975). Sleep-related penile tumescence as a function of age. American Journal of Psychiatry, 132(9), 932-937. https://doi.org/10.1176/ajp.132.9.932
- Levine, L. A., & Lenting, E. L. (1995). Use of nocturnal penile tumescence and rigidity in the evaluation of male erectile dysfunction. Urologic Clinics of North America, 22(4), 775-788.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. 2N8 ist ein Medizinprodukt. Die Messdaten ersetzen keine ärztliche Diagnose.
